Shu's Japan Welt

Ningyo

Eine Ningyo (dt. menschlicher Fisch) ist die japanische Version einer Meerjungfrau. Das Erscheinungsbild einer Ningyo ist fast identisch mit ihrem europäischen Pendant. Beschrieben wird ein fischähnliches Wesen mit golden glänzenden Schuppen und einem menschlichen Gesicht. Je nach Quelle sollen sie auch affenähnliche Züge haben. Laut Legende sollen sie auch über eine betörende Stimme verfügen.

Dem Volksglauben nach soll derjenige, der das Fleisch einer Ningyo isst Unsterblichkeit erlangen. Allerdings bringt es grosses Unglück und schwere Stürme, wenn man eine Ningyo fängt und tötet. Die Menschen glaubten auch, dass eine am Strand angespülte Ningyo ein schlechtes Omen ist und einen bevorstehenden Krieg ankündigt.

Aus der Provinz Wakasa Stammt die Geschichte der Happyaku Bikuni (800-jährige Nonne).

Ein Fischer fing eines Tages einen Fisch, dessen Grösse alles übertraf, was er bisher gesehen hatte. Der Fisch hatte einen merkwürdigen, fast menschlichen Kopf. Daran störte sich der Fischer aber nicht weiter und beschloss, den ungewöhnlichen Fang mit seinen Freunden und Nachbarn zu Teilen. Der Fischer lädt also alle zu sich nach Hause ein.

Einer seiner Gäste kommt zufällig an der Küche vorbei und ist schockiert als er den Fisch mit dem Menschenkopf sieht. Er berichtet den anderen Gästen von seiner Entdeckung und rät Ihnen nur so zu tun als würden sie den Fisch essen und ihn später heimlich zu entsorgen.

Später gingen sie also alle nach Hause und warfen den Fisch auf dem Weg ins Gebüsch. Nur einer von Ihnen hatte vollkommen vergessen, das Stück weg zu werfen und nahm es versehentlich mit nach Hause.

Am nächsten Tag kam die kleine Tochter zu dem Mann. Sie sei hungrig und wolle etwas zu essen haben. Der Mann erinnerte sich an den Fisch vom Abend zuvor und gab ihn seiner Tochter. Das Mädchen ass das Fleisch der Ningyo. Erst jetzt erinnerte sich der Mann an die Warnung seines Freundes, stellte aber mit Erleichterung fest, dass es seiner Tochter gut ging.

Das Mädchen wuchs zu einer wunderschönen jungen Frau heran und zunächst schien alles in Ordnung zu sein. Erst mit dem Fortschreiten der Jahre stellte die junge Frau fest, dass sie im Unterschied zu den anderen Dorfbewohnern nicht älter wurde. Auch als ihre Familie und Freunde einer nach dem anderen starb, verging ihre Jugend und ihre Schönheit nicht.

Den Dorfbewohnern wurde die junge Frau allmählich unheimlich. Um den Verdächtigungen zu entgehen, ging die junge Frau als Nonne in ein Kloster und verbrachte den Rest ihres Lebens dort. Es heisst, zum Zeitpunkt ihres Todes, habe die Nonne bereits 800 Jahre gelebt.

• erstellt am 28.02.2017 um 00:03 Uhr
• aktualisiert am 05.02.2019 um 11:45 Uhr
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