Shu's Japan Welt

Karakuri ningyô

Die mechanischen Puppen, auf Japanisch: Karakuri ningyô, sind kleine technische Meisterwerke. Die Automaten sind in der Lage zum Teil komplexe Bewegungsabläufe auszuführen mit einem System aus Schnüren, Zahnrädern, Federn und Hebeln. Die ersten Karakuri ningyô wurden bereits im 18. Jahrhundert gebaut. Man unterscheidet im Wesentlichen drei Arten von Karakuri.

Zashiki karakuri, Empfangszimmerapparat

Dies sind kleine Puppen, die meist in privater Nutzung sind. Man trifft sie gerne in alten Herrbergen. Sie dienen hauptsächlich der Belustigung. Einemal in Gang gesetzt, bewegen sich die Puppen gänzlich selbsständig.

Die Wohl bekannteste Karakuri ningyo ist die Tee servierende Puppe. Sie sieht aus wie ein kleines Kind mit einem langen Kimono, das ein Tablett in den Händen hält. Stellt man eine Teetasse auf das Tablett, wird ein Mechanismuss in Gang gesetzt und die Puppe „läuft“ so lange gerade aus, bis man die Tasse vom Tablett nimmt. Stellt man die leere Teetasse erneut auf das Tablett, dreht die Puppe sich um und bewegt sich wieder gerade aus in die entgegen gesetzte Richtung.

Eine weitere Version ist der kleine Bogenschütze. Eine kleine Puppe sitzend auf einem Sokel mit Pfeil und Bogen. Eine Zielscheibe wird in kurzer Entfernung zu ihr aufgestellt. Einmal in Gang gesetzt, greifft die Puppe nach dem ersten Pfeil, legt diesen auf die Bogensehne, spannt den Bogen, zielt und schiesst den Pfeil ab. Diesen Vorgang widerholt die Puppe, bis alle Pfeile verschossen sind. Ob die Zielscheibe getroffen wird oder nicht, ist eher Zufall. Dennoch ist der Mechanismuss bemerkenswert.

Dashi karakuri, Festwagenapparat

Diese Puppen werden auf grossen Festwagen mitgeführt. Sie sind beweglich und stellen Szenen aus der Mytologie dar.
Die mehrgeschossigen Festwagen werden, von Musikern begleitet, durch die Strassen getragen, wärend die Puppenspieler die Marionetten bewegen und damit Geschichten erzählen.
Einige Festwagen sind so gross, dass man sie nur mit grösster Sorgfalt an den Häusern vorbei manövrieren kann.

Butai karakuri, Bühnenapparat

Die Puppen im japanischen Puppentheater (Bunraku) haben mit bis zu 1.50m Lebensgrösse. Dem entsprechend sind die Puppen auch schwer und es werden drei Spieler benötigt um die Puppe auf der Bühnen zu bewegen. Der erste bedient den Kopf und den rechten Arm, der zweite den Linken Arm und der dritte die Beine der Puppe.

• erstellt am 09.02.2017 um 00:58 Uhr
• aktualisiert am 02.01.2019 um 11:18 Uhr
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